Fragen zur Auslastung der Züge
Warum sind Fernzüge an Stoßzeiten - zum Beispiel freitags und sonntags abends, an Feiertagen oder auch zu Ferienbeginn - oft so stark überfüllt?
An solchen Tagen trifft der Andrang alle Verkehrsträger. Den Reisestau auf der Autobahn oder den Run auf voll besetzte Flüge empfinden viele aber längst als normal. Von der Bahn hingegen erwarten manche Wunder. Natürlich setzen wir z.B. zu Ferienbeginn alle Züge auf die Schiene, die zur Verfügung stehen. Oder fahren Sonderzüge z.B. zu Messen oder großen Sportereignissen. Jedoch muss die Bahn, wie jedes andere Transportunternehmen, die Reservekapazitäten vernünftig dimensionieren. Vorgehaltene Reservezüge, die nur an ein paar Tagen im Jahr gebraucht werden, müssen angeschafft und in Stand gehalten werden. Sie würden also viel Geld kosten, das letztlich unsere Kunden bezahlen müssten.
Warum hängt die Bahn bei plötzlichem Andrang nicht einfach ein paar Waggons an oder disponiert um?
Selbstverständlich reagieren wir kurzfristig und so flexibel wie möglich auf verstärkte Nachfrage. Doch können wir unsere Züge häufig nicht weiter verlängern. Fernzüge auf viel genutzten Strecken haben meist ohnehin schon maximale Länge. Dann helfen nur Entlastungszüge. Zum einen ist - wie oben beschrieben - die Anzahl dieser Züge begrenzt. Zum anderen lassen die Kapazitäten von Strecken und Bahnhöfen solche Züge oft nicht zu. Das Netz der Bahn ist das am dichtesten befahrene der Welt. Auf manchen Strecken sind die Verbindungen schon so eng vertaktet, dass gar kein weiterer Zug mehr zusätzlich fahren kann.
Im Regionalverkehr haben viele Strecken bei Stoßzeiten doch noch reichlich Kapazität, da kann man doch noch mehr Züge fahren lassen?
Das scheint oft nur so. Denn wenn wir in der Fläche zu Stoßzeiten mehr Züge auf die Schienen setzen, müssen diese letztendlich durch oder in die Knotenpunkte fahren. Und dort würde ein Stau auf Schienen produziert. Auch Zugverlängerungen helfen nicht weiter: Kein Zug soll länger sein als der kürzeste Bahnsteig auf der gesamten Strecke, damit Reisende in Kleinbahnhöfen nicht 'auf dem Schotter' aufsteigen.
Grundsätzlich bestimmen im Nah- und Regionalverkehr die Bundesländer das Angebot. Sie bestellen bei der Bahn Kapazitäten, die Art der Züge sowie die Taktfrequenzen - und bezahlen dafür. Die Länder bekommen dafür jährlich vom Bund einen zweistelligen Milliardenbetrag. Wir versuchen deshalb, in enger Abstimmung mit den Bundesländern das Angebot zu optimieren, und investieren dafür erhebliche Summen.
Warum führt man nicht - wie z.B. beim TGV in Frankreich - eine Reservierungspflicht ein?
Für Spitzenzeiten und auf viel befahrenen Strecken empfehlen auch wir eine Reservierung. Die kann jeder buchen. Kaufen Sie Ihre Fahrkarte unter www.bahn.de oder am DB Automaten, erhalten Sie bei gleichzeitiger Buchung Ihre Sitzplatzreservierung für nur 2,- EUR in der 2. Klasse und 3,- EUR in der 1. Klasse – und damit garantierten Reisekomfort auf Ihrem ganz persönlichen Wunschplatz. Ansonsten kostet dieses Plus an Bequemlichkeit pro Person 4,- EUR in der 2. Klasse und 5,- EUR in der 1. Klasse. Familien mit Kindern unter 15 Jahren zahlen bis max. 5 Personen im personenbedienten Verkauf nur 8,– EUR in der 2. Klasse und 10,- EUR in der 1.Klasse, bei einer Reservierung unter www.bahn.de erhalten Sie bei gleichzeitiger Buchung der Fahrkarte Ihre Familien-Reservierung für 4,- EUR für die 2. Klasse und für 6,- EUR in der 1. Klasse. Jeweils für eine Fahrtrichtung. Dennoch sind wir der Ansicht, dass jeder jederzeit mit der Bahn fahren können soll. Auch ohne Reservierung. Ist der Zug voll, kann es daher ohne Reservierung jedoch keine Sitzplatzgarantie geben.
Was muss ich bei einer Sitzplatzreservierung beachten?
Eine Sitzplatzreservierung ist empfehlenswert für Fernzüge, besonders wenn Sie freitags und sonntags abends, samstags in den Ferien, an oder vor Feiertagen verreisen möchten.
Sie können auf www.bahn.de bis 10 Minuten vor Abfahrt online Sitzplätze reservieren.
In unseren DB Reisezentren am Bahnhof, in allen DB Agenturen sowie über den DB Reise-Service können Sie sogar bis zur Abfahrt des Zuges eine Expressreservierung durchführen. Natürlich immer vorausgesetzt die Sitzplätze sind noch verfügbar. Deshalb buchen Sie am besten Ihre Sitzplätze gleich beim Fahrscheinkauf.


